Nerdtreff – Die Netzliga trifft sich
Bei der diesjährigen re:publica treffen sich Blogger und Netzinteressierte nicht nur aus ganz Deutschland. Interessante Themen der Austauschs betreffen vor allem die digitale Informationsgesellschaft und Finanzierungsmöglichkeiten durchs Internet.
Daniel Domscheit-Berg, Lutz Hachmeister, Peter Schaar, Jakob Augstein und Horst Pöttker (vlnr.) auf der re:publica 2011 zum Thema Leaking Transparency – Foto: Jonas Fischer/re:publica (CC-Lizenz)
„Crowdfunding als alternative Finanzierungsmöglichkeit?“: Eine Fragestellung, die bei den meisten Menschen sicherlich auf absolutes Unverständnis stößt. Und das nicht nur ob der schwierigen Vokabeln. Nimmt man den Untertitel dieses als Impulsvortrag verwendeten Wörterkonstrukts hinzu, ergibt sich eventuell ein wenig mehr Sinn: Zwischen öffentlicher Förderung und Mikro-Mäzenatentum. Klingelts? Nun, das sind Fragestellungen wie sie sich Nerds Digitale-Welt-Interessierte dieser Tage gestellt haben. Doch dabei sind nicht alle Sessions der diesjährigen re:publica so kompliziert betitelt. „Wikipedia als Weltkulturerbe?“ – Zumindest alle der verwendeten Begriffe dieses Vortrags erscheinen bekannt und verständlich.
In den letzten drei Tagen hatte sie zum fünften Mal ihre Tore geöffnet, die Konferenz über Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft im Friedrichspalast zu Berlin. Insgesamt 250 Redner standen auf dem Programm und die können sich sehen lassen: So ist beispielsweise Daniel Domscheit-Berg dabei, der als ehemaliger Sprecher der Whistleblowerplattform WikiLeaks nun seine eigene Enthüllungsseite „OpenLeaks“ aufbaut. Auch Maxwell Salzberg, der mit Freunden ausgezogen ist, um mit seiner Plattform Diaspora Facebook Konkurrenz zu machen und dabei zum Paradebeispiel des Crowdfunding, also der Finanzierung durch die anonyme Masse, wurde, ist mit von der Partie. Er hat folglich auch über dieses Thema gesprochen. Besonders interessant war sicher auch der Beitrag von Christina Elmer zu dem Thema „Wie Journalisten Daten finden und sicher nutzen“. Elmer arbeitet bei der Deutschen Presse-Agentur und wird beleuchten, wie das Internet zum Finden von Informationen genutzt werden kann. Hauptsächlich wird sie darstellen, wie dieser Datenjournalismus funktioniert.
Re:publica, das ist eine Idee, die Spreeblick Initiator Johnny Haeusler, in die Tat umsetzte. Im vergangenen Jahr konnte die Konferenz im selben Quartier schon rund 2700 Besucher anziehen – dieses Jahr sind die Tickets schon seit Wochen ausverkauft und werden seitdem auf Twitter heiß gehandelt. Es besteht also große Nachfrage nach einer Austauschmöglichkeit für die Netzinteressierten. Und genau das soll sie sein, die re:publica. Eine Möglichkeit andere Blogger oder Twitterer einmal in echt kennen zu lernen. So entstehen rund um diese Konferenz schon seit Wochen verschiedene kleinere Treffen. Da wird zum Beispiel von den Blogrebellen zu einem so-genannten #Tassebier Treffen aufgerufen: Die Netzgemeinde trifft sich außerhalb von Twitter und Blogcharts im realen Leben.
Interessant sind die Themen der diesjährigen Konferenz. Besonders das Geldverdienen und demokratische Partizipation via Internet stehen im Mittelpunkt der verschiedenen Sessions. Ein Thema, das durch Wikipedia und WikLeaks in den Fokus der Massenmedien gerückt ist, ist die Frage inwiefern sich unsere Informationsgesellschaft durch die neuen Möglichkeiten des Internets verändern kann. Sebastian Jabbuschs Session zum Thema “Basisdemokratie übers Internet – Ist Liquid Democracy gescheitert?” setzt sich mit diesem Thema auseinander. Er beleuchtet die Funktionsfähigkeit einer von der Piratenpartei genutzten Software um innerparteiliche Demokratie zu stärken. Auch der schon angesprochene Beitrag “Wikipedia als Weltkulturerbe?” setzt sich mit der Frage nach der Macht des Internets auseinander. Die Fragen “Was bedeutet es, dass weltweit zehntausende von Freiwilligen das Wissen der Menschheit sammeln und frei zur Verfügung stellen? Wie verändert dies die Gesellschaft, die Bildung, das Denken von Menschen?” sollten geklärt werden.
Es waren also viele interessante Themen geboten auf der diesjährigen Re:publica.







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