Twilight 4 – Kritik aus fremden Reihen | acht9

Twilight 4 – Kritik aus fremden Reihen

Twilight hier, Twilight da. Als Junge kann man da schon ein bisschen verrückt werden. Und damit Mann wenigstens weiß, was ein "Team Edward" ist, sieht er sich die Filme eben auch an. Eine Kritik aus der Jungsecke.

Erschienen am Samstag, 26. November 2011


Bella und Edward – Foto: Concorde Filmverleih

Oh Gott, was will der denn hier? Ein Junge schreibt eine Review zu einem Twilight-Film? Er wird den Film ohne vernünftige Argumente schlecht machen und auf ihm herumhacken. Oder auch nicht – gebt ihm wenigstens eine Chance!

Ja, wir Jungs haben’s in all den Jahren mitgekriegt. Am Anfang, als es nur die Bücher gab, noch nicht so wirklich – irgendetwas mit Mittagsstunde und schönen Augen, aber so einen richtigen Reim konnten wir uns darauf nicht machen. Als dann allerdings alle Mädels in die Kinos gerannt sind, waren wir doch etwas perplex und wollten wissen, was euch Mädchen da gerade so begeistert. Der ein oder andere mag sogar soweit gegangen sein, und einen (oder gar mehrere) der ersten drei Teile im Kino gesehen zu haben – vielleicht ja bei einem Date, bei dem man die vermeintlich Zukünftige gleich am Anfang voll und ganz von sich überzeugen wollte. Ich für meinen Teil muss zugeben: Ich habe nicht nur den vierten Teil, sondern auch die ersten drei Teile gesehen.

Endlich einer, der uns versteht, werdet ihr denken. Nunja, nicht ganz. Den ersten Teil finde ich ganz unterhaltsam – wirklich gut ist er in meinen Augen nicht. Teil zwei wiederum gelingt es, noch deutlich mieser daherzukommen. Kindische Gefühlskonflikte und frühpubertäre Ausraster… ich muss zugeben, dass ich danach ein bisschen am weiblichen Geschlecht gezweifelt habe. So eine langatmige Story gefällt euch? Doch dann kam der dritte Teil, und mit ihm ein kleiner Lichtblick. Nicht nur, dass es jetzt endlich einmal ein paar richtige Kämpfe giebt – ihr wisst ja, wir Jungs stehen auf große Schlachten, sei es vor Troja oder Helms Klamm –, sondern vor allem, weil die Charaktere schrittweise die Pubertät verlassen – das wurde aber auch Zeit.

Kommen wir nun aber zum Hauptteil dieses Beitrags: Der Review vom vierten Teil der Twilight-Saga. Aus der Jungensicht.

Der vierte Twilight-Teil macht zu Beginn durchaus den Anschein, als könne er das Niveau, an dem Teil drei hin und wieder kratzt, durchgehend halten. Klar, die Hochzeit von Bella und Edward ist mehr als schnulzig, aber bis zu den Flitterwochen sieht doch alle ganz nett und erträglich aus. Dann jedoch schafft Edward es gekonnt, aus einer winzigen Mücke so einen gigantischen Elefanten zu machen, dass einem Hören und Sehen vergeht. Wenn jeder bei ein paar blauen Flecken so ausrasten würde, hätten wir auf der Erde wohl eine Suizidrate von 100%.

Nach diesem Niveauschock pendelt sich der Film bei der gewohnten Mischung aus Fremdscham (“Das kann doch nicht deren Ernst sein!”) und positiven Ansätzen (so à la “sie versuchen ja wenigstens, etwas daraus zu machen”) ein. Positiv anzurechnen ist dem Film, dass es neben den üblichen pubertären Streitereien wie schon im dritten Teil auch einige vernünftige Dialoge gibt. Außerdem ist den Machern in der Mitte des Streifens erstmals so etwas wie ein Spannungsaufbau gelungen. Das Ende von Twilight 4 ist dann jedoch erneut langatmig und lässt jegliche Spannung vermissen. Die Macher geben sich zwar spürbar Mühe, alles möglichst aufregend zu gestalten, doch letzten Endes ist der gesamte Schluss für jedermann vollkommen vorhersehbar.

Was dem Film und auch seinen Vorgängern am meisten fehlt, ist denke ich Mut. Die Handlung ist meist unspektakulär, weil sie keine überraschenden oder mutigen Wendungen mit sich bringt. So gibt es in allen Filmen Kämpfe, aber nie kommt auch nur ein einziger wichtiger Handlungsträger wirklich in Gefahr. In Teil vier wird zwar mit allen Mitteln versucht, Bella möglichst knapp am Jenseits vorbeischlittern zu lassen, aber da bis dahin alles “Friede, Freude, Eierkuchen” ist, nimmt man dem Film diese Bedrohung keine Sekunde lang ab. Ein magischer Schutzwall scheint alle Cullens und Wölfe zu beschützen, ebenso Bella, ihre Familie und Freunde. Das Ergebnis ist eine gewisse Eintönigkeit und eine Story, in der es fast immer nur um das eine geht: Ein Mädchen liebt zwei Jungen, die zwei Jungen sind Rivalen, und alle feixen sich kindisch an und halten dann doch wieder zusammen. Für ein Kino-Großereignis braucht es in meinen Augen mehr. Viel mehr.



ÜBER DEN VERFASSER
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Moritz Clauß hat 56 Artikel für acht9.de geschrieben.

Moritz (Twitter) studiert Sozialwissenschaften an der Universität Augsburg mit dem Berufsziel "irgendwas mit Medien und Internet". In seiner Freizeit mag er Frösche, macht Computerkram und schreibt.

8 Kommentare

  • avatar Coco 18:08 Uhr 26. November 2011

    Lieber Moritz,
    hast du eines der Bücher gelesen?
    Ich denke die Begeisterung bei uns Mädels liegt darin, dass es ultra romantisch ist. Diese ganze Edward-Jacob-Bella Geschichte. Wahrscheinlich, kann man sich mit Bella identifizieren bzw. möchte gerne in ihrer Lage stecken :-) Ja klar, alles schon mal da gewesen, aber in Verbindung mit Vampiren und Werwölfen ist das doch ne außergewöhnliche, unterhaltsame Kiste oder nicht? :-)

    P.S. Respekt, dass du versucht hast uns zu Verstehen!

  • avatar Mathis Richtmann 22:03 Uhr 26. November 2011

    Hmmm, wie siehts denn aus, kann man sich auch nur den vierten Teil anschauen, wenn man grade mal einen freien Abend hat und Lust auf nicht viel hat? Oder kapiert man dann eher gar nichts?

    Übrigens: Wo du Mut ansprichst. Ich denke, das hatte Harry Potter einfach so vielen Jugendbüchern voraus. Wichtige, Geliebte sterben. Nur übertreibt Frau Rowling finde ich ein bisschen um am Ende noch ein Friede Freude Eierkuchen Ende zu haben. Aber darum gings ja eigentlich gar nicht. Wollte das nur eben loswerden!

  • avatar Moritz Clauß 22:10 Uhr 26. November 2011

    @Coco: Ich höre von vielen Seiten, dass die Bücher da ganz anders als der Film sind. Aber viele Mädchen finden auch die Filme top – da hört bei mir das Verständnis auf :D
    Im Film geht mir dieser rote Faden Edward-Bella-Jacob schon in Teil 1 auf den Keks. Das ist zu kindisch, um wirklich eine fesselnde Story zu bieten.

    @Mathis: Lies dir einfach die Zusammenfassungen auf Wikipedia durch, das sollte reichen. Komplex ist es nicht :D

  • avatar Caro 23:33 Uhr 26. November 2011

    Lieber Moritz,
    auch wenn’s dir körperliche Schmerzen bereiten sollte…lies die Bücher und du wirst die Psyche pubertierender Mädchen (und das kann der Film nicht transportieren) und somit den phänomenalen Erfolg der Saga besser nachvollziehen können ( soweit dies dem männlichen Geschlecht möglich ist). Selbst gestandene Frauen genießen diesen Ausflug in die Denke und das Erleben der eigenen Jugend als willkommene Fantasiereise. Der Unterhaltungswert ist unschlagbar! Der Erfolg bestätigt dies!
    Intellektuelles bringt nicht immer die Millionen…oft aber die richtige Idee, der passende Zeitpunkt und das Wissen um das Bedürfnis der Masse/Zielpersonen. Es sei denn der Mainstream widerstrebt dir.
    Ach und…vielleicht klappt’s dann auch mit dem “irgendetwas Cooles mit Schreiben”. Was immer dies auch für dich bedeutet.
    Ich wünsche dir alles Gute!

  • avatar Jacki 17:40 Uhr 27. November 2011

    Ich gehöre zum weiblichen Geschlecht :D Nichts desto trotz bin ich deiner Meinung Moritz was die Filme betrifft, allerdings finde ich die Schauspieler auch nicht passend zu dem Film oder es liegt einfach daran das sie sie die Story einfach nicht rüber bringen können, wie ich z.B. bei Bella im ersten Teil dachte das sie irgendwelche Gesichtszuckungen hätte mit denen sie wahrscheinlich nur versucht hat ihre “Schüchternheit” zu vermitteln xD Oder ich manchmal bei Edward dachte er hätte irgendwelche Krämpfe wegen seinem Gesichtsausdrucks…
    Allerdings bin ich ein absoluter Fan von den Bücher und die Filme kommen nicht annähernd an den Büchern ran, die Filme vermitteln noch nicht mal richtig den Inhalt bzw. die gesamte Story.
    Denn eigtl. schrammt Bella die ganze Zeit am Tode vorbei denn ihre Zeit ist abgelaufen…
    Allerdings bekommt man im Film diesen Einblick gar nicht. Ich sehe mir die Filme trotzdem an, denn trotzdem sie mir nicht wirklich gefallen bin ich immer wieder von neuem auf die Verfilmung gespannt in der Hoffnung das sie vielleicht doch mal was werden.
    Habe mir auch gerade Teil 4 angesehen, vobei ich einige Stellen ganz amüsant und gut gelungen finde aber im großen und ganzen wieder die eigentliche Story vermisse, es wird nicht gezeigt wie Rosalie und Bella sich zusammentun und gemeinsam gegen die Abtreibung kämpfen oder warum Rosalie überhaupt so viel an dem Kind liegt, dann fehlen noch bestimmte Infos zu Beginn zu dem Thema “Vampierbabys”, es fehlt die Verbundenheit zwischen Bella und Jakop wärend der Schwangerschaft und und und … ich könnte noch so weit ausholen.
    Also meine Meinung: Filme= Flop Bücher=Top

  • avatar kristen stiwart 21:11 Uhr 27. November 2011

    ich liebe twilihgt sehr

  • avatar Moritz Clauß 11:40 Uhr 28. November 2011

    @Caro: Erfolg habe ich noch nie als eine Bestätigung für einen hohen Unterhaltungswert oder Qualität gesehen. Bestes Beispiel sind da die Bücher von Charlotte Roche: Die sind einfach schlecht und sie werden von den meisten Lesern auch schlecht bewertet. Erfolgreich sind sie trotzdem.

  • avatar anna-maria f. 22:28 Uhr 1. Dezember 2011

    Hy!also wen ihr mich fragt sage ich euch die romantik hat gesigt!Und wer möchte nicht so einen mann oder frau haben?Alerdings finde ich auch das die filme mehr ausage haben solllten..die bücher die sollten mall vom resisur noch mal gelessen werden,und auch so gedrecht werde!dan währe der ERFOLG garantiert,und auch zweifler würde er gefalen!!!gruß A.

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