Sebastian Hackel im Interview: Lieder übers Leben
Sebastian Hackel ist Liedermacher, der am Sonntag, 15. Januar, im Roxy auftreten wird. Er eröffnet dort die neue Reihe "Lied:Gut!". Im Interview spricht er über seine Lieder, über seinen Auftritt bei Inas Nacht und seine Haare.
Sebastian Hackel: “Ich schreibe Lieder über das, was mit mir los ist.” – Agenturfoto
Hallo Sebastian, normalerweise sind Liedermacher eher 40 Jahre aufwärts und texten aus ihrer Altersweisheit heraus. Du bist 22 Jahre alt. Wie bist du zu dem Genre gekommen?
SEBASTIAN HACKEL: Über Umwege. Musik mache ich seit der Grundschule. Früher auf der Melodica, später als Schlagzeuger in einer Punkband. Als ich in der 10. Klasse war, hatte ich eine schwierige Phase. Da begann ich Texte zu schreiben und griff zur Gitarre.
Der Ton in deinen Lieder ist sanft, ohne jammervoll zu sein. Wie sehr musst du dich fürs Liederschreiben verkopfen?
SEBASTIAN: Gar nicht. Ich schreibe über das, was mit mir los ist. Mal ist alles toll, mal könnte es besser sein. Melancholisch, deutschsprachig – das ist meine Art und Weise mich auszudrücken sobald ich zur Gitarre greife.
Momentan absolvierst du eine Ausbildung zum Erzieher. Was willst du werden: Erzieher oder Musiker?
SEBASTIAN: Musiker. Aber davon kann ich noch nicht leben. Meine Ausbildung zum Erzieher ist mein Fundament für schlechte Zeiten.
Optisch würde man dich eher in die Reggeaecke stecken. Schon mal über eine andere Frisur nachgedacht?
SEBASTIAN: Nein, ich mag das, wenn etwas die Leute irritiert und sie nachdenken müssen.
Du stammst aus dem Osten, bist in Zwickau aufs Internat gegangen. Musstest du dich jemals entscheiden, ob du rechts oder links bist?
SEBASTIAN: Nein, das war nie die Frage. Ich war auch noch nie in einer konkreten Szene drin oder hatte das Gefühl, ich muss mich entscheiden. Klar bin ich gegen rechts, ich bin genauso gegen radikal links. Aber interessiert hat das noch nie jemanden. Eher interessiert mich die Frage, wo ich lebe. Mittlerweile ist Dresden meine Stadt geworden. In Zwickau steht alles still, das ist derart Provinz, da bewegt sich nichts.
Du warst als Musiker zu Gast bei Ina Müller in ihrer Sendung Inas Nacht. Wie ist es, wenn Frau Müller ständig in die eigenen Lieder reinsingt?
SEBASTIAN: Es war schön. Wirklich. Es war eine Ehre für mich, dort aufzutreten, da ich ja wirklich Newcomer bin. Ich finde, Ina Müller singt gut und hat mich gar nicht gestört. Der Fernsehauftritt hat mir echt was gebracht. Kurz danach stiegen meine Plattenverkäufe unheimlich an.
Info „Lied:Gut!“ heißt eine neue Reihe im Roxy, in der Singer-Songwriter präsentiert werden. Sebastian Hackel wird die Reihe am Sonntag, 15. Januar, eröffnen. 20 Uhr. Sebastians erste Platte heißt „Kreideblumen“ (Label Ludwig).






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