Cool am Bass: Benni Rottler übt für “Jugend musiziert” | acht9

Cool am Bass: Benni Rottler übt für “Jugend musiziert”

Pop als Prüfungsfach bei "Jugend musiziert"? Das gibt es in Neu-Ulm mittlerweile seit elf Jahren. Am Sonntag, 5. Februar, werden die E-Bassisten in der Musikschule Neu-Ulm geprüft. Der 17-jährige Benni Rottler wird mit seinem Bass vorspielen.

Erschienen am Freitag, 3. Februar 2012


Benni Rottler spielt Heavy Metal ebenso gerne wie Swing. – Foto: Lars Schwerdtfeger

Aufgeregt? Benni Rottler schüttelt den Kopf. „Nee, eigentlich nicht.“ Am Sonntag, 5. Februar, wird der 17-Jährige mit seinem E-Bass beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ vorspielen. Gerade steht er im Musiksaal seiner Schule, das Lessing-Gymnasium, und übt Bassfiguren: Tonleitern, Metallicas „Master of Puppets“, Funkiges, Jazziges.
Die Juroren von „Jugend musiziert“ wollen verschiedene Stilrichtungen hören. Da trifft es sich gut, dass Benni ohnehin einen breit angelegten Musik-Geschmack hat. Angefangen hat er mit klassischer Gitarre, als er in der 3. Klasse war. Bereits damals hat sich allerdings seine Liebe zum Bass gezeigt, erzählt er. Im Ensemble hatten einige Musikschüler die Melodie, andere die Basslinien übernommen. „Ich fand immer den Bass cool“, sagt Benni. „Und eines Tages habe ich herausgefunden, dass es ein Extra-Instrument dafür gibt.“

Er hat seine Mutter überredet, ihm einen E-Bass zu kaufen. Zunächst sei sie weniger begeistert gewesen. Ihr Argument: Bassisten werden untergebuttert und allein kann man das Instrument schlecht brauchen. Trotzdem bekam der Sohn vor drei Jahren seinen Bass, probierte erst selbst ein wenig herum und nahm dann Unterricht bei Thomas Dirr, der ihn auch für Jugend musiziert vorbereitet – für Bassisten nicht die einfachste Übung, weil der Wettbewerb eigentlich für Solo-Instumente ausgelegt ist (siehe Info-Box unten). „Mein Lehrer hat mir schon gesagt, dass ich ein paar Soli üben soll“, sagt Benni. Gerne gehört werden selbst geschriebene Stücke oder Improvisiertes. Was für Benni weniger das Problem ist: Er spielt in zwei Big-Bands und ist es daher gewohnt, zu improvisieren.
Weil sich bei einigen Jazz-Stücken Kontrabass besser anhört, hat er im September angefangen, das Instrument zu lernen. Die fehlenden Bundstäbchen seien kein Problem – es übt sich, die Töne richtig zu treffen, meint er. Dennoch: „E-Bass macht mehr Spaß“, meint er. „Die stilistische Bandbreite ist einfach höher.“ Denn Benni spielt auch gerne mal ein Heavy-Metal-Stück, etwa im Stile von Cliff Burton, dem ehemaligen Bassisten von Metallica, einem seiner Vorbilder. Weitere sind Jaco Pastorius, Marcus Miller und der Kontrabassist und Musik-Professor Renault Garcia-Fons.

Alles auch Beispiele dafür, dass ein Bassist keinesfalls ein Mauerblümchen-Dasein fristen muss, wie Bennis Mutter befürchtet hatte. „Ohne Bass und Schlagzeug wären die meisten Bands sowieso nichts“, sagt Benni. Er fühlt sich jedenfalls in keinster Weise eingeengt, weder am Instrument noch stilistisch: „Jazz macht Spaß wegen dem Improvisieren, Heavy Metal macht Spaß zum Spielen.“

Info Die E-Bassisten werden bei Jugend musiziert in der Musikschule Neu-Ulm am Sonntagnachmittag, 5. Februar, geprüft. Ab 9 Uhr werden bereits klassische Instrumente geprüft, außerdem auch heute (ab 15 Uhr) und morgen (ab 9 Uhr).



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