Mein erstes Tattoo

Eine Entscheidung fürs Leben treffen, für immer „ja“ zu etwas sagen. Keine Sorge, dies ist kein Kommentar übers Heiraten – denn für dieses „für immer“ fühle ich mich noch nicht besonders bereit… Zu einer anderen Begleitung fürs Leben habe ich aber tatsächlich ja gesagt: Mein ...

Erschienen am Montag, 9. April 2012 | Print

Mein erstes Tattoo

Eine Entscheidung fürs Leben treffen, für immer „ja“ zu etwas sagen. Keine Sorge, dies ist kein Kommentar übers Heiraten – denn für dieses „für immer“ fühle ich mich noch nicht besonders bereit… Zu einer anderen Begleitung fürs Leben habe ich aber tatsächlich ja gesagt: Mein erstes Tattoo – der Schriftzug „laugh often, love much, dream big, inspire all, live“ auf der Innenseite meines linken Handgelenks, in Schnörkelschrift und etwa zehn Zentimeter hoch.

„”Mädle, das hast du dann frei für immer!“ – dieser Satz meiner Oma spukt mir schon durch den Kopf, als der Tätowierer die Nadel ansetzt. Vor allem, weil ich auch zustimmen würde, dass mir mit meinen 21 Jahren das volle Ausmaß der Zeitspanne „für immer“ möglicherweise noch nicht komplett bewusst ist. Doch bevor ich weiter ins Grübeln komme, denke ich in den nächsten Sekunden ohnehin erstmal nichts mehr außer: autsch.

Und bin 30 Minuten später um die Erfahrung reicher: Ja, ein Tattoo tut weh, aber man kann es aushalten. Und es ist das Gefühl danach wert, wenn es dann tatsächlich auf und in der Haut ist und man es zum ersten Mal als Teil von sich betrachten kann. Genau das ist der Grund, weshalb ich diese Entscheidung treffen konnte: Ich denke, ein Tattoo wird tatsächlich nach einer Weile einfach zu einem Teil von einem selbst, und man nimmt es gar nicht mehr ständig bewusst wahr. Darum glaube ich nicht, dass man sich je daran satt sieht: Man sieht es einfach gar nicht mehr wirklich.

Zusätzlich sehe ich es zumindest für mich als besser an, einen Text gewählt zu haben anstatt eines Motivs. Denn sicher kann es passieren, dass ich mir in einigen Jahren denke: Hättest du mal eine andere Schrift gewählt. Die Aussage des Textes ist aber etwas, was ich mein ganzes Leben lang beherzigen möchte: positiv zu sein und zu denken. Weil ich öfters mal dazu neige, das zu vergessen, finde ich die Stelle auch sehr gut, um sich immer daran zu erinnern.

Für mich selbst bin ich mit meinem Tattoo also absolut im Reinen und glücklich. Worauf ich nun gespannt bin, sind die Reaktionen der Außenwelt darauf. Mir ist bewusst, dass ich damit vielleicht bei einem sehr konservativen Unternehmen riskiere, eine Ablehnung zu kassieren. Da ich mir aber auch nicht vorstellen kann, bei einem so konservativen Arbeitgeber in meiner beruflichen Zukunft glücklich zu werden, kann ich mit dieser Einschränkung gut leben.

Mein bisheriges Fazit zum Thema Tattoo also: gut überlegen, sicher sein, denn den Moment, in dem das Tattoo fertig und man sich plötzlich doch nicht mehr sicher ist, möchte wohl keiner erleben. Aber wenn man sich sicher ist: Keine Angst, so sehr tut es nicht weh. Ich würde eher behaupten: Achtung, Suchtgefahr! Also ich hätte da ja auch schon so eine Idee für ein zweites …
von Marina Miller, 21 Jahre

1 Kommentar

  • avatar ela 18:16 Uhr 10. Februar 2013

    Tja, schade, dass man die Schrift schon in wenigen Jahren nicht mehr lesen werden kann … dann hast du einen schwarzen Matsch.

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