Weihnachten in Panama

Ein Jahr verbringt acht9-Mitarbeiterin Felizia Göltenboth in Panama. Wie sie die dort die Weihnachtszeit erlebt hat, lest ihr hier.

Erschienen am Freitag, 28. Dezember 2012

An Kugeln und Lichern wird in Panama an Weihnachten nicht gespart. - Foto: Privat


Weihnachten in Panama bedeutet vor allem eines: Konsum. Schon im Oktober wird in den riesigen Einkaufsmalls die überdimensionale Dekoration aufgehängt und hingestellt: Kutschen samt Weihnachtsmann hängen in der Luft, übermanngroße Weihnachtskugeln verzieren den Boden neben einer gigantischen Tanne. Das erinnert einen schon im Oktober ans Geschenke kaufen und soll dazu animieren. Die Dekoration ist eigentlich nie frei von Werbezwecken. Es gibt hier riesige Weihnachtsbäume, auf denen überall „Coca Cola“, „Samsung“ oder einer der Handyanbieter Panamas steht.

Die Werbung scheint ganz gut zu funktionieren, denn tatsächlich sind die Malls (der einzige Ort wo man hier einkauft, da trocken und klimatisiert) im Dezember so vollgestopft, dass man kaum laufen kann. Und wenn man dann über eine halbe Stunde an der Kasse steht und einem die ganze Zeit irgendwelche kitschigen Weihnachtslieder ins Ohr dringen, nimmt man sich vor, im nächsten Jahr schon im Juli mit den Weihnachtseinkäufen anzufangen.
Jedenfalls sind die Panamaer sehr gut im Konsumieren. Hier wird gekauft und geschenkt, bis die Kinder weder ihre Geschenke zählen können noch wissen, mit welchem Spielzeug sie zuerst spielen sollen.

So ergeht es zumindest den Kindern aus den wohlhabenden Familien der Stadt. In manchen Vierteln und auf dem Land sieht es anders aus. Obwohl auch dort jedes noch so entlegenes, schäbiges Hüttchen liebevoll mit Lichterketten und Baum dekoriert ist.
Was mich angeht, ich vermisse – abgesehen natürlich von meiner Familie – ganz einfach die Traditionen. Schön und gut, dass hier alles so sehr geschmückt und dekoriert wird wie eben geht, aber einen Adventskalender gibt es nicht, ganz zu schweigen von einem Adventskranz. Oder Glühwein. Oder Plätzchen backen. Oder Lieder singen. Dann noch eine Sache, die es mir einfach unmöglich macht, Weihnachtsstimmung zu fühlen: Das tropisch feucht-heiße Klima! Noch nie zuvor habe ich meine Weihnachtseinkäufe im T-Shirt mit Ausblick auf Palmen erledigt. Aber alles in allem ist es doch mal interessant, ein komplett anderes Weihnachten zu erleben. Auf jeden Fall freue ich mich aber auf das nächste Mal in Deutschland, mit allem drum und dran.

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