Abi: Alptraum oder Spaziergang?

Wie liefen die Vorbereitungen fürs Abi und wie waren die Prüfungen? Zwei acht9-Mitarbeiter berichten, die im vergangenem Jahr ihr Abi geschrieben haben.

Erschienen am Mittwoch, 6. Februar 2013

Wenn du dieses Schild siehst, bist du hoffentlich gut vorbereitet. - Foto: Armin Weigel/ dpa

Wenn du dieses Schild siehst, bist du hoffentlich gut vorbereitet. - Foto: Armin Weigel/ dpa

Den Ausgleich finden
Alles dreht sich nur noch um eins, nichts scheint wichtiger – jeder Abiturient kennt sie: Die stressige Zeit der Abivorbereitung. „Das Abitur steht vor der Tür, fang’ an zu lernen!“, „im Abi geht so etwas nicht!“ Lehrer, Mitschüler, Eltern – von allen bekommt man Ratschläge und Ermahnungen. Doch ist die Aufregung überhaupt angebracht?

„Wenn du erst einmal dein Abi hast, dann bist du am Ziel!“, habe ich früher gedacht. Natürlich ist das Abitur ein Meilenstein für uns junge Erwachsene, aber eben nur einer von vielen und kein endgültiges Ziel. Das merkt man allerdings meistens erst hinterher.

Mir hat es gut getan, zwischendurch immer wieder einen Ausblick zu wagen und mich zu fragen: „Wo bist du in fünf Jahren? Was willst du erreicht haben?“ – „Ich will das Abitur geschafft haben“, war nicht die einzige Antwort. Auch vor dem Abi gilt meiner Ansicht nach: Schule ist nicht alles! Mir war wichtig, einen Ausgleich zu finden, wie zum Beispiel Sport. Im Unterricht ausgeglichen und konzentriert zu sein, ist meiner Meinung nach effektiver, als Nächte lang durchzupauken.

Die Abi-Vorbereitungen fangen außerdem schon fast zwei Jahre vorher an, und zwar mit Beginn der Kursstufe im elften Schuljahr. Während dieser Zeit im Unterricht mitzumachen hat zwei enorme Vorteile. Erstens machen die Noten der vier Halbjahre, inklusive der mündlichen, zwei Drittel der Abinote aus. Zweitens nimmt man im Unterricht eine Menge für die eigentliche Abiturprüfung mit.

Im Nachhinein bin ich froh, dass ich nicht mehr fürs Abi gemacht habe und mich nicht verrückt habe machen lassen. Die zwei Jahre der Kursstufe kamen mir sehr anstrengend vor, vielleicht wollte ich in den Monaten vor dem Abi deswegen auch nicht übermäßig viel Zeit opfern. Auch mit dem Ergebnis bin ich mehr als zufrieden. Die „stressige Zeit vor dem Abi“ war für mich also gar nicht so dramatisch, sondern eher voller Vorfreude auf das Ende meiner 13-jährigen Schulzeit.
Philemon Schick

Schokolade ist immer ein gutes Mittel gegen Lernfrust. - Foto: Matthias Kessler

Schokolade ist immer ein gutes Mittel gegen Lernfrust. - Foto: Matthias Kessler

War gar nicht soo schlimm
Es gibt einen Gedanken, der mich vor der bevorstehenden Abiturprüfung im März 2012 immer wieder aufmunterte: Im Grunde habe ich mich 13 Jahre lang auf die Reifeprüfung vorbereitet. Denn selbst wenn in der Oberstufenmathematik sämtliche Buchstaben des deutschen und griechischen Alphabets auftauchen, dreht sich eigentlich trotzdem alles noch um die guten alten Rechnungen, die man teils sogar im Kopf lösen muss. Ohne die Rechenanfänge als Schüler der ersten Klasse wäre das ein Ding der Unmöglichkeit. Nicht nur im Mathematikabitur, auch in den anderen Fächern sind die erworbenen Grundlagen das A und O, sozusagen das Fundament unseres Wissens.

Auf das gilt es, haben wir unser Gewissen damit etwas beruhigt, natürlich dringend aufzubauen. Ich weiß nicht mehr genau, wann ich mit Lernen angefangen habe, ich würde aber angehenden Abiturienten und Abiturientinnen je nach Fähigkeiten und Fächerwahl dazu raten, rechtzeitig damit zu beginnen. Zwei Wochen vor dem Abi wären für mich etwa viel zu spät, denn da beginnt die anfangende Nervosität, und der Berg an abiturrelevantem Unterrichtsstoff in gleich vier schriftlichen Abiturfächern (Baden-Württemberg) ist nicht mehr zu bewältigen.

Außerdem kommt einem beim Lernen auf die Hochschulreife oft etwas dazwischen: Zum Beispiel die Klassenarbeit, für die man ein Nebenfach komplett wiederholen muss, Hobbys, Freunde, Partys am Wochenende. Für mich waren deshalb die Ferien und Wochenenden ideal zum Lernen: vor- und nachmittags löffelte man den Stoff in sich rein und abends hatte man dann Zeit für Freunde. Im Nachhinein darf ich auch nicht vergessen zu erwähnen, dass uns die Lehrer mit ihrem Unterricht und ihren Klassenarbeiten wirklich gut auf das schriftliche sowie mündliche Abitur vorbereitet haben.

Glück hatte ich auch mit meinen Abiturfächern: Außer Mathematik, wovor ich großen Respekt hatte und deshalb den Stoff ganz besonders intensiv aufarbeitete, fiel meine Wahl auf Deutsch, Englisch und Französisch – und wie es sich für jemanden gehört, der für die Zeitung schreibt, liebe ich natürlich Sprachen und Lesen (auch wenn es interessantere Sternchenthemen gäbe).

Zum Schluss ein hilfreicher Lerntipp: Legt eine Tafel Schokolade neben euch. Die dient der Frustrationsprävention, sollte es mal nicht so klappen, wie ihr wollt. Viel Erfolg! Julia Schuster

ÜBER DEN VERFASSER
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Julia Schuster hat 20 Artikel für acht9.de geschrieben.

Julia kommt aus Ulm und schreibt schon länger für die Jugendseite der SWP. Derzeit studiert sie in Stuttgart "Crossmedia-Redaktion". Wenn sie nicht gerade schreibt oder studiert, ist sie in der Jugendredaktion "Jung&Hungrig" des Lokalsenders Radio FreeFM (102,6MHz) tätig, die jeden zweiten Freitag von 16.00 bis 17.00 Uhr auf Sendung geht.

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