Kreative Klamotten mit Vorgeschichte

Second-Hand ist mehr als nur das Prinzip der Wiederverwertung schon getragener Kleidung. Hinter „Second Hand“ stecken Geschichten von Vorbesitzern, kreative und manchmal ziemlich verrückte Klamotten, sich mit Freunden über längst vergangene Mode totlachen und ein besonderer Flair, den das Stöbern in einem der zwei großen Second-Hand-Läden in Ulm und Neu-Ulm mit sich bringt.

Erschienen am Dienstag, 26. Februar 2013 | Print

Harriet und ihre kleine Schwester auf der Jagd nach Kleidern. - Foto: Harriet Hanekamp

Dass Second-Hand-Sachen gebraucht sind, bedeutet längst nicht, dass sie weniger gut sind. Second-Hand-Läden nehmen in der Regel nur Kleidungsstücke an, die in tadellosem Zustand sind und in etwa der heutigen Mode entsprechen. Dass muss aber nicht immer so sein, denn wer second-hand-shoppt, stellt bald fest, dass sich die Meinungen bei „modern“ scheiden. Trotzdem läuft man auch hier Kleidern von H&M, T-Shirts von Esprit oder Röcken von New Yorker über den Weg. Second-Hand-Klamotten sprechen eine ganz andere Sprache als Kleidungsstücke aus herkömmlichen Einkaufsläden. Meistens sieht man es ihnen nicht an, aber sie haben eine Geschichte, die nach einem Zwischenstopp im Laden von einer anderen Person weitererzählt wird.

 

Von Abendkleid über Jeans bis hin zum Regenmantel ist alles dabei. Klar, dass einige der Teile nicht dem Geschmack des Durchschnittsjugendlichen entsprechen, aber ein Sakko aus dem letzten Jahrhundert mit Karomuster lässt sich mindestens genauso gut auf eine Jeans kombinieren wie das auf alt getrimmte Hemd von H&M. Auch meine schöne altmodische Reisetasche aus dunklem Leder habe ich für wenig Geld so ergattert. Vorbeischauen lohnt sich – auch wenn Second-Hand bei manchen immer noch „was für Arme“ ist.

Second-Hand-Shoppen kann man in Ulm (Büchensgasse 25) und Neu-Ulm (Finningerstraße 10a) und in kleineren Second-Hand-Shops wie dem Franziskusshop in Wiblingen. Die beiden Second-Hand-Läden in Ulm und Neu-Ulm werden von der Neuen Arbeit unterhalten, wie Birgit Slave, Regionalleiterin der Neuen Arbeit Ulm, erklärt: „Die Neue Arbeit ist ein gemeinnütziger Träger für Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojekte für Langzeitarbeitslose.“ Diese AGH-Maßnahmen haben das Ziel, Langzeitarbeitslose zu beschäftigen und für den freien Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Die Mitarbeiter der Second-Hand-Shops werden von den Jobcentern Ulm und Alb-Donau-Kreis zugewiesen und können zu ihren Hartz-IV-Bezügen noch etwas dazuverdienen, sagt Slave.

ÜBER DEN VERFASSER
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Harriet Hanekamp hat 9 Artikel für acht9.de geschrieben.

Harriet Hanekamp, 17 Jahre, macht gerade ihr Abitur. Danach tritt sie ein Praktikum bei Galileo in München an und reist anschließend um die Welt. Wieder zurück wird sie eine Ausbildung anfangen oder studieren, um herauszufinden, wo sie beruflich landen möchte.

1 Kommentar

  • avatar Waltraud Miller 16:51 Uhr 8. März 2013

    Es wird sicher nicht mehr lange Markenkleidung in den Filialen der neuen Arbeit geben, da das Team es in den letzten Monaten geschafft hat, mehr und mehr langjährige Verkäufer dieser Markenkleidung mit zahlreichen obstrusen Änderungen der AGB`s und Abgabezeiten zu verkraulen. Das geht soweit, dass zwischenzeitlich nicht verkaufte Ware ganz automatisch in den Besitz der Neuen Arbeit wandert und nicht mehr abgeholt werden kann. Das heißt “pseudomäßig” kann man sich die nicht verkauften Teile im Laden zusammensuchen, doch auf wundersame Weise, sind die meist nicht mehr zu finden. Ich kenne zwischenzeitlich viele, die Ihre Kleidung lieber in den Altkleidersack stecken, als sie zur Neuen Arbeit zu bringen.

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