My Name is Benjamin

Das Cafe Galao in Stuttgart ist nicht gerade groß, es gleicht eher einem gemütlichen Wohnzimmer. Und so sind die paar wenige Plätze sehr schnell gefüllt. Die Gäste sitzen auf Bänken die mit Schaffellen bezogen sind. Genau das richtige Ambiente an diesem Abend.

Erschienen am Montag, 18. Februar 2013

Benjamin Petersen von den Färöer Inseln

Benjamin Petersen von den Färöer Inseln Foto: Uwe Keuerleber

Auf der kleinen Bühne steht der 24 Jahre alte Benjamin Petersen von den Färöer Inseln. Ein Land, in dem mehr Schafe leben als Menschen. “Ich fühle mich wie zu Hause”, begrüßt der charismatsiche Sänger  das  Publikum, in Anspielung auf die weißen Felle. Mit dem Opener „Warmth Of The Sun“  nähert sich Benjamin den Gästen. Gefühlvoll und fast schon beschwörend klingt der Song und baut eine Spannung zwischen Zuhörer und Musiker auf. Benjamin wird begleitet von seinen Freunden und Musiker Mikael Blak am Bass und Keyboards und Jan Rúni am Schlagzeug. Beim Song “Inner Beast” beginnt das Publikum zu dem leichtfüßigen Gitarrenspiel von Benjamin langsam Kontakt aufzunehmen. Die Ersten beginnen zaghaft im Takt zu wippen.

Als verspätetes Valentinsgeschenk gab es “For the Honey”, ein noch unveröffentlichtes Stück, das allerdings ein wenig daher dümpelt. Spannung wird erzeugt und der Zuhörer – aber da geht noch mehr. Ganz anders beim Stück “Post War”.  Was zunächst nur nach ein paar daher gespielten Akkorden auf dem Banjo klingt, entpuppt sich bald als perfektes Zusammenspiel zwischen Bass und Schlagzeug, das in einem orchesterhaften Finale endet. Überhaupt versprüht die Musik eine Intensität an Mystik, Melancholie und Erhabenheit, aber auch tiefe religiöse Verwurzelung. Das Thema Religion lässt sich in vielen seiner Stücke. heraushören.

Es sind die kleinen Anspielungen auf seine religiös konservative Heimat, die bei den Liedern wie “So fucking Holy” oder auch “Dogwood Angel” raus zu hören sind. Das Publikum ist hin und her gerissen zwischen einsamen Balladen und harten Rock and Roll Rhythmen. Aber gerade die lauten Stücke wie “Big Decisions” waren für das Galao einfach zu mächtig, was sich immer wieder negativ auf den Sound auswirkte.

Benjamin wirkt mit seinen langen, dunklen Haaren und dem Bart wie ein Messias auf der Bühne, es geht eine Spiritualität aus, die sich auch auf die Gäste überträgt. Der Song “For all Gods children” gleicht eher einer Meditation. Mit bebender Stimme und völlig in sich versunken hebt er seine kunstvoll tätowierte Arme nach oben, als wolle er die ganze Kraft, die in diesem Lied steckt, in den Raum verteilen.

Nach etwas mehr als einer Stunde und  zwei weiteren Zugaben gehen Benjamin und seine Jungs von der Bühne. Das Publikum war begeistert und all die Gäste, die nicht wegen Benjamin ins Cafe Galao kamen, haben spätestens jetzt Notiz genommen, von einem Musiker, von einer kleinen Insel im atlantischen Ozean.

http://www.youtube.com/watch?v=-c4uuSmpjQk

 

 

 

 

 

ÜBER DEN VERFASSER
avatar

Uwe Keuerleber hat 16 Artikel für acht9.de geschrieben.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*


7 + 1 =

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>


* Diese Angaben sind Pflichtangaben!
Wie bekomme ich einen Avatar? Wenn Du neben deinen Kommentaren einen Avatar anzeigen lassen möchtest, kannst Du Dich einfach bei gravatar.com oder einem ähnlichen Dienst registrieren. Um Deinen Gravatar dann hier oder auf anderen Blogs zu nutzen, musst Du beim Kommentieren einfach die Mail-Adresse angeben, unter der Du auch Deinen Avatar gespeichert hast.

Archiv

Teilen

Bookmark and Share