Viel Lärm um nichts

Die Amerikaner sind als erste Menschen auf dem Mond gelandet. Um ein dort gestrandetes Raumschiff zu untersuchen. Die Folge dieser Entdeckung ist eine gigantische Maschinenschlacht auf der Erde – sie dauert 156 Minuten, heißt "Transformers 3" und ist gähnend langweilig.

Erschienen am Montag, 4. Juli 2011


Eine von vielen Explosionen in Transformers 3 – Screenshot: acht9, Quelle: transformersmovie.com)

1961 beobachten die Amerikaner den Aufprall eines fremden Raumschiffs auf den Mond. Sie wollen das Schiff vor den Russen bergen und starten deshalb ihre Mondmission. Die Astronauten Neil Armstrong und Buzz Aldrin betreten das unbekannte Raumschiff und sie bestätigen dem US-Präsidenten die Existenz von außerirdischem Leben im All. So lautet die Version der Mondlandung in “Transformers 3″.

Nach dieser Rückblende verschlägt es den Film zurück in die Gegenwart. Die Autobots – Roboter, die sich in Autos verwandeln können – arbeiten Hand in Hand mit US-Streitkräften auf dem Planeten Erde. Doch während ihrer täglichen Arbeit halten sie Ausschau nach ihren wahren Feinden: Den Decepticons – ebenfalls Roboter –, gegen die sie einst einen Krieg geführt haben. Nach dem Fund einer außerirdischen Brennstoffzelle, die Schuld an der Katastrophe von Tschernobyl ist, starten die Autobots ebenfalls eine Mondmission. Denn sie kennen diese Zelle: Sie stammt von ihrem Raumschiff, der Ark. Dem Schiff, das seit Jahrzehnten auf dem Mond liegt. Da sich an Bord dieses Schiffs noch eine weitere hochrangige Technologie sowie ihr ehemaliger Anführer befinden, machen sie sich auf den Weg und holen beides auf die Erde: Den Autobot Sentinel Prime sowie einige Pfeiler einer Weltraumbrücke, mit der man sich von einem Ort im Universum an einen anderen beamen kann.

Danach folgen Kämpfe. Die Decepticons und die Autobots kämpfen auf der Erde um die Weltraumbrücke. Und das ist das erste Problem von Transformers 3: Es gibt in diesem Film keinen Spannungsaufbau. Es gibt keinen Höhepunkt oder mehrere, voneinander abgetrennte Höhepunkte. Der gesamte zweite Teil des Films versucht ein einziger, spannender und actionreicher Höhepunkt zu sein. Und wird dadurch bereits nach kurzer Zeit gähnend langweilig. Regisseur Michael Bay versucht dem Publikum ein einzigartiges und andauerndes Spektakel zu bieten. Er liefert ihm hingegen pure Langeweile und ein lächerliches Szenario nach dem anderen.

Hinzu kommen massenweise schlechte Sprüche auf Seiten der Menschen, ein unschlüssiges Drehbuch und ein Hauptdarstellerpaar, das unfähig ist, seine platten Rollen doch noch irgendwie mit schauspielerischem Können zu retten. Shia LaBeouf wirkt in der Rolle des Sam Witwicky, als Retter der Erde und Held, genauso hilflos wie Rosie Huntington-Whiteley als seine Freundin Carly Spencer – die ihren Freund übrigens erst dann zu lieben beginnt, wenn er seinen Teil zur Miete beiträgt und wieder einmal die Welt gerettet hat.

Zu guter Letzt gibt es noch jede Menge dramatische Musik und selbst für einen US-Kriegs- bzw. Actionfilm unglaublich viele US-Flaggen zu bestaunen, oder eben zu belächeln. Die musikalische Untermalung schafft es keineswegs, das Niveau des Films zu heben. Sie ist zu eintönig. Laut und dramatisch, so dass sie einem nur noch mehr das Gefühl gibt, lachen zu müssen. Am Ende verlässt man den Kinosaal deshalb mit dem Gefühl, einen wirklich schlechten Actionfilm gesehen zu haben. Und genau das ist Transformers 3: Ein wirklich schlechter Actionfilm.

ÜBER DEN VERFASSER
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Moritz Clauß hat 84 Artikel für acht9.de geschrieben.

Moritz (Twitter) studiert Sozialwissenschaften in Augsburg und macht irgendwas mit Medien. Außerdem schreibt er Prosa und anderen Quatsch.

18 Kommentare

  • avatar Kim,Sammi,Tasha,Jonas 19:01 Uhr 4. Juli 2011

    Ich hab gerade diesen Text ein paar Freunden gezeigt. Wir waren leider alle sehr enttäuscht. Wir haben uns bereits selbst Transformers3 im Kino angeschaut und waren alle begeistert. Selbst Personen die vor diesem Film keinen weiteren Transformers-Teil gesehn haben und auch davon nicht begeistert waren sind nun überzeugt. Sie haben sich sogar einen Tag nach der Kinovorstellung die ersten beiden Teile auf DVD gekauft.
    Zudem ist jeder den wir bis jetzt nach diesem Film gefragt haben mehr als nur begeistert und sehn sich die normale und die 3D Fassung an!

    Somit entspricht dieser Text wohl eher einer Minderheit von Personen…

  • avatar Moritz Clauß 19:08 Uhr 4. Juli 2011

    Wie man’s nimmt: Wir waren zu viert da und fanden den Film alle vier nicht gut :)

  • avatar mitchii 20:50 Uhr 4. Juli 2011

    selten ne Kritk gelesen die so daneben lag :D

    Wenn man den film schon kritisiert dann doch bitte richtig :D
    Sowas wie Übergänge der Handlungsteile oder die Frage warum der Film Dark Moon heisst (der Mond spielt ja kaum ne Rolle, außer das die des Raumschiff da finden)

    Michael Bays überzogener Patriotismus is allerdings schon legendär, wenig ernst zu nehmen und kann schon fast als Stilmittel gesehen werden. Ach und lieber Kritiker: Es geht hier um Transformers, Megamäßige Alienroboter mit Megakanonen die sich endzeittechnisch zerlegen und alles um sich rum, da gehören schlechte Sprüche wie ein “du stribst jetzt” einfach dazu!!!

    Trotz kleiner Schwächen ist Transformers3 eins NICHT: LANGWEILIG!

    dieser Film hat Szenen die man gesehen haben MUSS!! Szenen die es so noch nicht gegeben hat!! ich gehen jede Woche ins Kino, habe schon viele Filme gesehen aber da stand mir der Mund nur weit offen und ich dachte mir nur “WAS GEEEEHT? WIE ABARTIG!!

    Also wenn du das Langweilig fandest weiss ich nicht welche actionreiche Spektakel du so kennst ;)

    leute, schaut euch den film an, ist sein Eintritt alle mal wert!! Wem Teil 1 & 2 gefallen hat, der flippt hier aus!

  • avatar mitchii 20:56 Uhr 4. Juli 2011

    Ach und noch was: TRANSFOMERS können sich nicht nur in Autos transformieren ;)

    an allen groß/kleinschreib Fehlern is mein Smartphone schuld ,)

    • avatar Moritz Clauß 21:18 Uhr 4. Juli 2011

      Ich steh auf Batman. Kick-Ass. Gladiator. Herr der Ringe. Kill Bill 1. Sind das keine Gewaltspektakel? Ich “stehe” auch auf übertrieben dargestellte Gewalt. Aber Transformers nutzt die Übertreibung nicht als Stilmittel. Transformers überspannt den Bogen ungekonnt immer und immer wieder. Das Überzogene wirkt lächerlich und schlecht.

      Gerade weil es um megamäßige Roboter geht, die sich gegenseitig aufs Maul geben, bin ich vom Film sehr enttäuscht. Da wäre soviel mehr drinnen gewesen. Soviel Charme. Soviel Stil. Auch soviel Blödsinn. Stattdessen zeigt der Film nur eines: Special Effekte machen einen Film nicht automatisch gut.

      • avatar mitchii 21:30 Uhr 4. Juli 2011

        Du bist von dem Film gerade deswegen enttäuscht weil es megamäßige Roboter geht die sich platt machen?? hahah…dann bist der falsche Mann für ne objektive Kritik ;)

        3. bester Kinostart aller Zeiten, Millionen Menschen können wohl nicht falsch liegen und finden ihn wohl nicht langweilig! Ich werd definitiv nochmal reingehen! Materialschlacht delüxe ;)

        • avatar Moritz Clauß 21:33 Uhr 4. Juli 2011

          Das hast du falsch verstanden. War aber auch dumm formuliert. Ich habe gerade deshalb mehr erwartet, weil es um die Roboter geht. Und in meinen hohen Erwartungen in diese gigantischen Roboterschlachten wurde ich sehr enttäuscht. Die Schlachten sind witzlos. Sie sind langweilig, weil es keinen Spannungsbogen gibt.

  • avatar Kim 21:35 Uhr 4. Juli 2011

    Okey jetzt muss ich doch wieder was sagen… Ich verkaufe jeden Tag Massen an DVDs ich hab Gespräche mit Kunden und das nicht gerade wenig… Und wir werden JETZT schon gefragt wann der Film als DVD kommt!

    Und sowas zeigt dass es ein guter Film ist…

    Klar sowas merkt man erst wirklich wenn man im Einzelhandel tätig ist. Aber weder bei der Twilight Saga oder Harry Potter war die Nachfrage kurz nach Kinostart so groß!

  • avatar Moritz Clauß 21:38 Uhr 4. Juli 2011

    Da scheiden sich eben die Geister. Ist ein Film gut, nur weil die Massen ihn sehen wollen? Millionen Kinobesucher können nicht irren? Wo war die Nachfrage, die einen Film anscheinend auszeichnet, bei Scott Pilgrim vs. the World? Und ist dieser absolut geniale Streifen jetzt automatisch schlecht, nur weil ihn wenige gesehen und gekauft haben? In meinen Augen nicht.

  • avatar Moritz Clauß 21:39 Uhr 4. Juli 2011

    Mit meiner negativen Ansicht bin ich übrigens nicht allein. Auch die 5 Filmfreunde sehen das so.

  • avatar Kim 22:02 Uhr 4. Juli 2011

    Wie mitchi es auch tut bin ich jede woche im kino. In der sneak night. Geh doch mal bitte da hin und schau dir mal einen wirklich schlechten film an. Die kommen da en masse!

    Schon mal einen wirklich schlechten film in den charts gesehn? Also ich nicht und ich hab jeden tag damit zu tun. Ich muss das jeden tag verkaufen. Ich hab schon hunderte von filmen gesehn. Das gehört zu meinem job! Und ich glaube nicht dass ich mein job noch hätte wenn ich meinen kunden nen scheiß verkauf/erzähl/empfehl…!

    Im dietrich kino is ja fast panik ausgebrochen als die letzte vorstellung für den tag ausverkauft war!
    Sowas schonmal bei nem schlechten film erlebt?

    • avatar Moritz Clauß 22:25 Uhr 4. Juli 2011

      Also ich war im Dietrich und der Saal war vielleicht zu 1/4 gefüllt. Und ich bin fast jede Woche in der Sneak – weil dort oft sehr gute Filme kommen. Nur sind es eben meist kleinere Produktionen. Aber ich sagte ja schon: Effekte machen nicht automatisch einen guten Film.

  • avatar D 17:19 Uhr 5. Juli 2011

    “selten ne Kritk gelesen die so daneben lag :D”

    Mehr gibt es nicht zu sagen. *kopfschüttel*

  • avatar Kim 21:56 Uhr 5. Juli 2011

    es bestreitet ja auch keiner dass der film nur durch effekte gut ist…
    er ist einfach gut umgesetzt. denn ja es geht um den kampf zwischen gut und böse. das ist die story und die ist gut gemacht.

  • avatar Basti 09:01 Uhr 6. Juli 2011

    Ich bin auch gerade über diese Kritik gestoßen und eines vorweg…Jeder hat einen anderen Geschmack und geht auch mit bestimmten und gar keinen Erwartungen in einen Film, aber was hier so geschrieben wird, ist einfach lächerlich. Da hab ich doch glatt den Anschein, dass hier jemand einfach das geschrieben hat, was ihm womöglich andere Leute, welche ihn schlecht fanden, so erzählt haben. Oder aber, dass die Person schon mit der kompletten Reihe nichts anfangen kann, oder gar mit Michael Bay. Wie hier schon der ein oder andere geschrieben hat, kann ich nur mit dem Kopf schütteln, wenn behauptet wird, das der Film total langweilig ist. Wohl die ganze Zeit im Film geschlafen?!? Ich war ebenfalls mit 7 Leuten im Film und darunter waren sogar Frauen, welche die ersten beiden Teile nur halbwegs kannten und auch total hin und weg waren (im postitiven Sinn). Der Hinweis auf die 5-Filmfreunde ist ebenso lächerlich, da die wohl erst recht nichts mit Transformers anfangen können. Am besten einfach diese Kritik nur überfliegen, genau wie ich und sich im Kino selbst ein Bild davon machen. Es gibt nämlich dennoch genug Leute, die ihn gut finden :-)))

    • avatar Moritz Clauß 12:25 Uhr 6. Juli 2011

      Ich hab den Film gesehen. Ich bin ohne Vorurteile reingegangen. Ich fand ihn schlecht. Wieso ich ihn schlecht fand, habe ich oben begründet. Wieso er gut sein soll, wurde hier noch nirgends begründet. Dass mit den verschiedenen Geschmäckern ist richtig. Nur verstehe ich nicht, wieso mein Geschmack dann der falsche sein soll und nicht stimmen kann^^.

  • avatar Teo 12:46 Uhr 6. Juli 2011

    Ich kann die Kritiken-Kritiker nicht ganz verstehen. Geschmack ist eine sehr subjektive Sache und Moritz hat anhand recht objektiver Kriterien versucht den Film zu bewerten. Natürlich können Leute jetzt schon nach der DVD fragen, aber hat das etwas mit der Qualität des Films zu tun? Es gibt genügend gute Filme, die keinen so großen Hype produzieren und weniger nachgefragt werden.

    Ich habe Transformers 3 nicht gesehen und werde ihn mir höchstens auf DVD anschauen. Der Grund dafür ist hauptsächlich, dass ich keine Wiederholungen mag. Die Trilogie gibt sich ja schon seit Teil 2 wie Dragonball Z: Irgendwo steckt immer ein stärkerer Gegner, den man auf den Schrottplatz schicken will. Das ist doch per se schon lahm. Transformers ist eines dieser Franchises, die nur zum Gelddrucken weitergeführt werden. Dabei kann jeder seinen eigenen Transformers drehen, indem er eine Cola- und eine Pepsi-Dose nimmt, gegeneinander kickt und das filmt. Vielleicht zündet man noch nen Silversterknaller und schon ist das Ganze fertig. Wer braucht schon interessante Storys?!

  • avatar Ansi 13:46 Uhr 1. Oktober 2011

    Ich muss Moritz recht geben.
    So habe ich mich selten gelangweilt.
    Der Film ist unglaublicher Müll. Spezialeffekte sind eben nicht alles.

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