Puschen für den Kopf

Ulm, Ende Januar. Wenn der Wettermann im Fernsehen die Eiszeit verkündet, ist für manche klar: Nur mit Mütze geht man aus dem Haus. Anderen dagegen kommt so etwas nicht auf den Kopf.

Erschienen am Dienstag, 29. Januar 2013 | Print

Leanders Mütze ist nicht nur warm, sondern erinnert ihn auch an sein Jahr in Argentinien. - Foto: Leander Badura

Eine kuschelige Erinnerung an Argentinien

Tilcara ist der Name eines Ortes weit im Norden Argentiniens. Auf etwa 2400 Metern Höhe leben hier 5600 Menschen. Ich habe dort eine Mütze gekauft. Auf einem Marktstand bei einem Mann, dessen Beruf es wohl ist, Touristen auszunehmen. Ich hoffe, nicht allzu sehr ausgenutzt worden zu sein. Aber ich mag meine Mütze. Sie ist warm und bestimmt aus einem ausgefallenen Material. Wie mein Schal, der angeblich aus Alpaka-Wolle ist. Wie auch immer, auf jeden Fall sind Schal und Mütze beide weich, warm und kuschelig. Und das ist schließlich das Wichtigste. Nach dem sentimentalen Wert, den sie für mich haben. Sie erinnern mich nicht nur an mein grandioses Austauschjahr, sondern auch an die Reisen, die ich mit anderen Austauschschülern unternahm. Eine führte dabei eben nach Tilcara. ¡Qué buenos tiempos!
von Leander Badura, 18 Jahre

Warme Ohren auch ohne Mütze

Neben Mützen findet man in vielen Kleidergeschäften in diesem Jahr auch eine andere Möglichkeit des Kälteschutzes für den Kopf. Ohrenwärmer sind wieder beliebt. Ob klassisch im Kopfhörerlook oder mit Bügel im Nacken, ob bunt oder mit flauschigem Fell, die Auswahl ist groß. Wer auch zum Musikhören gerne große Kopfhörer trägt, kann mittlerweile auch schon Musik-Ohrenschützer erwerben.

Mein eigenes grau-braunes Exemplar ist nur zum Wärmen da und leistet mir seit letztem Winter sehr gute Dienste. Im Gegensatz zu meiner Wollmütze kratzen die Wärmer nicht, sondern erfüllen brav ihre Aufgabe. Bei kaltem Wind sind sie zwar nicht so gut geeignet, da der Rest des Kopfes freiliegt, aber wenn man nur die Ohren warm halten möchte, sind Ohrenschützer die perfekte Wahl. Ein angenehmer Nebeneffekt beim Tragen ist die leicht gedämpfte Wahrnehmung des lauten Straßenlärms oder der angeregten Telefongespräche im Bus. Auch wenn Pferdeschwanz, Dutt oder sonstige Hochsteckfrisur im Winter das Anziehen einer Mütze erschweren, bin ich froh über meine Ausweichmöglichkeit.

Vielleicht treffen Ohrenwärmer nicht jeden Geschmack, aber gerade weil man sie nicht überall auf der Straße sieht, bieten sie als Modecomeback eine schöne Abwechslung.
von Jacqueline Niewolik, 17 Jahre

Mütze? Lieber ein Paar rote Ohren!

Sie kratzen, jucken und zerstören die Frisur – auf eine Mütze kann ich gut verzichten. Schon als kleines Kind wollte ich nie eine Mütze tragen. „Zieh dir unbedingt noch eine Mütze über, das hält warm“, das hörte ich nicht nur von meiner Mutter. Einige Leute verstehen einfach nicht, dass ich die Mütze nicht mehr so einfach abnehmen kann, wenn sie einmal auf meinem Kopf ist. Denn: Anschließend ist meine Frisur ruiniert. Zum Vorschein kommt ein zerzauster Büschel in alle Richtungen abstehender Haare.

Natürlich ist mir bewusst, dass es heutzutage eine große Vielfalt an Mützen gibt, aber die Mütze, die mir eine Frisurkatastrophe erspart, muss erst noch entworfen werden. Ich müsste also immer Kamm und Spiegel mit mir herumtragen, um mich noch schnell zurecht machen zu können, bevor jemand meine verunstaltete Haarpracht sieht. Oder ich würde mich in der Öffentlichkeit lächerlich machen. Nein, da gehe ich lieber ohne Mütze vor die Tür und hole mir ein Paar rote Ohren. Denn eine alte Weisheit besagt: „Wer schön sein will, muss leiden“.

Ob Mütze mit Tentakeln, oder mit integriertem Bart, es gibt die kuriosesten Kopfbedeckungen. Wer einen Grund sucht, in den Wintermonaten täglich Fasching zu spielen, findet schnell den passenden Überzieher. Die Kälte allein ist sicherlich nicht mehr der einzige Grund, eine Mütze zu tragen, denn man sieht mittlerweile sogar im Sommer einige Leute, die mit Häkelmütze herumlaufen. Viele Mützen sind gemacht, um aufzufallen. Meiner Meinung nach sind das die peinlichsten und ein Mitgrund, warum ich leichte Aversionen gegen Mützen habe. Nichtsdestotrotz sollte jeder seine eigene Kopfkultur ausleben und – sei es aus Kälte- oder aus Modegründen – seine Lieblingsmütze tragen. Mir persönlich reicht allerdings meine natürliche Haarmütze völlig aus.
von Philemon Schick, 20 Jahre

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